«Der hohe Praxisbezug war ein Kriterium»

19.12.2017

Séverine Haldi absolvierte das EMBA in Public Management an der BFH. Ausschlaggebend für die Wahl des Studiengangs war der hohe Praxisbezug. Lesen Sie mehr über ihre Erfahrungen im Interview. 

Stephanie Nüssli: Frau Haldi, Sie haben an der Berner Fachhochschule für Wirtschaft den EMBA  mit Vertiefung in Public Management absolviert. Warum haben Sie sich gerade für diesen Studiengang entschieden?

Séverine Haldi: Ich arbeite als Forstingenieurin in der öffentlichen Verwaltung und leite dort den Bereich Waldwirtschaft. Mit dem EMBA in Public Management wollte ich mich einerseits allgemein im Bereich Management und Leadership weiterbilden, andererseits aber auch gezielt mein Wissen zu betriebswirtschaftlichen Instrumenten und Zusammenhängen im System Staat, Politik und Gesellschaft vertiefen.

SN: Was waren für Sie bei der Wahl des passenden EMBA-Studiengangs wichtige Kriterien?

SH: Wichtig waren mir ein enger Bezug zu meinen Aufgaben im Job, aber gleichzeitig auch die Chance, über den „eigenen Tellerrand hinaus“ einen Einblick in andere Branchen und Organisationen zu erlangen. Auch der erwartete hohe Praxisbezug war ein Kriterium – damit hatte ich bereits in meinem Erststudium an der BFH gute Erfahrungen gemacht.

SN: Was hat Ihnen am EMBA mit Vertiefung Public Management besonders gut gefallen? Was war besonders hilfreich?

SH: Allgemein hilfreich war sicher, dass ich mir Skills aneignen konnte im Umgang mit komplexen Situationen und wenn strategisches Denken erforderlich ist. Ebenso habe ich von der stetigen Auseinandersetzung mit mir selbst in der Rolle als Führungskraft profitiert und den Austausch mit Menschen aus anderen Branchen in ähnlichen Positionen sehr geschätzt.

Zu den Highlights gehörten auch die Studienreise nach Strasbourg mit Begegnungen mit EU-Akteuren oder der Besuch im Bundeshaus.

SN: Wie empfanden Sie den Praxisbezug im Studium?

SH: Als vergleichsweise hoch. Dazu beigetragen hat sicher die Art der Kompetenznachweise: Die meisten boten mir die Möglichkeit, mich mit einem Thema vertiefter auseinanderzusetzen, welches mich auch im Arbeitsalltag beschäftigte. Spannend waren natürlich jeweils auch die Praxisbegegnungen, bei denen Führungskräfte von ihren persönlichen Erfahrungen erzählten.

SN: Welchen Nutzen hat dieser EMBA-Studiengang für Sie persönlich?

SH: Ich lernte durch die verschiedenen CAS zahlreiche interessante Menschen mit unterschiedlichster Herkunft und Ansichten kennen und konnte so mein berufliches Netzwerk erweitern. Es entstanden Bekanntschaften, welche über die Studienzeit hinaus Bestand haben.

SN: Inwiefern profitiert(e) Ihre berufliche Laufbahn vom EMBA-Abschluss?

SH: Das wird sich noch zeigen. Ich kann sicher bereits in meinem aktuellen Job häufig auf das Gelernte zurückgreifen. Daneben hoffe ich auch, dass mir der breitere Bildungsrucksack einen allfälligen Branchenwechsel erleichtern würde. Die Forstbranche ist doch recht klein und stark spezialisiert.

SN: Liessen sich Job und Studium gut miteinander vereinbaren? 

SH: Irgendwie gelang es, den 100%-Job und das Studium unter einen Hut zu bringen - was mich im Nachhinein selbst etwas erstaunt. Wesentliche Faktoren dafür waren sicher die Unterstützung des Arbeitgebers und v.a. meines Teams sowie auch eine vorausschauende Planung und Organisation. Etwas zu kurz kamen in dieser Zeit mein privates Umfeld und Hobbies. Hier stiess ich glücklicherweise auf grosses Verständnis. Respekt habe ich vor jungen Vätern oder Müttern, die zu Job und Studium auch noch der Familie gerecht werden müssen bzw. wollen.

Der modulare Aufbau und das Konzept des Studiengangs sind jedoch grundsätzlich eine gute Voraussetzung für ein verträgliches Nebeneinander von Studium und Beruf.

SN: Würden Sie diesen EMBA-Studiengang weiterempfehlen und warum?

SH: Ja, ich würde den Studiengang definitiv weiterempfehlen. Wer sich generell Managementkompetenzen aneignen und dazu auch sein Verständnis für die Mechanismen im öffentlichen Sektor vertiefen will, kommt auf seine Kosten.

SN: Wie haben Sie sich persönlich während des Studiums weiterentwickelt?

SH: Meine Neigung zum Perfektionismus musste ich etwas ablegen und durch ein möglichst pragmatisches, zielgerichtetes Vorgehen ersetzen. Ausserdem glaube ich, mich als Mensch mit all meinen Stärken, Schwächen sowie auch Bedürfnissen und Grenzen nun noch etwas besser zu kennen.

Séverin Haldi ist Leiterin des Fachbereichs „Waldwirtschaft“, Abteilung Fachdienste und Ressourcen, beim Amt für Wald BE. 

 

Interview: Stephanie Nüssli, studentische Mitarbeiterin Kommunikation am Fachbereich Wirtschaft. 

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