eGov Fokus 2/2010: SuisseID in der Öffentlichen Verwaltung

Datum der Tagung: Freitag, 17. September 2010
Zeit: 9.00-15.00 Uhr (anschliessend Apéro)
Ort: Hotel National, Hirschengraben 24, 3011 Bern
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Kostenbeitrag: CHF 290.--

Flyer mit Programm (PDF 422 KB)

Impressionen der Tagung (Bildergalerie)


Allgemeine Informationen

Der virtuelle Wirtschaftsraum Schweiz und der damit verbundene Onlinehandel sind nicht sonderlich stark verbreitet. Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) arbeitet schon seit geraumer Zeit an einer E-Economy-Strategie. Daraus leiteten sich verschiedene Voraussetzungsprojekte für die virtuelle Wirtschaft ab. Im Rahmen der konjunkturellen Stabilisierungsmassnahmen des Bundes bot sich die einmalige Chance eines davon, nämlich die schweizweit standardisierte elektronische Identität,zu realisieren. Innert kürzester Zeit wurde die SuisseID spezifiziert und ab Mai 2010 konnte die Lösung von den vier Anbietern vertrieben werden.

Online-Services wie E-Commerce, E-Health und nicht zu Letzt E-Government brauchen eine gesicherte digitale Identität. Wer Services bereitstellt, will den Benutzer meist identifizieren also authentisieren können; und wer kommerzielle Dienste anbietet, will, dass der Benutzer rechtsgültige Verträge abschliessen kann. Und speziell im E-Government sind die Dienste der SuisseID gefragt. So können sich Bürger, wenn gewünscht, über sämtliche Amtsstellen mit derselben Identität ausweisen. Dienstleistungen wie Strafregisterauszüge können ohne komplizierte Papier-Ausweiskopien bestellt und ausgeliefert werden.

Inhalt und Ziele der Veranstaltung 

Erfahren Sie mehr zur Chance SuisseID und deren Möglichkeiten und Einsatzgebiete. Profitieren Sie von gemachten Erfahrungen bei der Implementierung und von Fachgrössen aus der Schweiz und dem deutschsprachigen Ausland. Des weiteren berichten Experten über Einsatz, Risiken und Voraussetzungen von digitalen Identitäten sowie die Weiterentwicklung der SuisseID.

Zielpublikum

Die Veranstaltung wird organisiert vom Kompetenzzentrum Public Management und E-Government der Berner Fachhochschule und richtet sich an Vertreter/innen der öffentlichen Verwaltung aller Staatsebenen, Politiker sowie Interessierte aus Privatwirtschaft und Wissenschaft.


9.40-10.10 Prof. Dr. Reinhard Riedl
Leiter Abteilung Forschung und Dienstleistungen der Berner Fachhochschule

Keynote Digitale Identitäten 

Digitale Identitäten sind eines der grossen IT-Themen. Die Notwendigkeit einer virtuellen Identitätslösung ist beinahe unbestritten. Die elektronischen Personalausweise und Identitätslösungen treiben die qualifizierte Signatur voran. Speziell im E-Government-Kontext sind sie Voraussetzung für einen effizienten elektronischen Transaktionsablauf. Das Referat zeigt die aktuelle Entwicklung aus der nationalen und internationalen Forschung und beleuchtet dabei die Forderung nach Verbund-Identitäten und Interoperabilitätsservices.

Präsentation von R. Riedl (PDF 834 KB)



10.10-10.40 Christian Weber
Leiter eGovernment für KMU, Mitglied Expertenrat E-Gov-Strategie Schweiz, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

SuisseID - Fazit und Ausblick

Die SuisseID ist mit der Medienkonferenz am 3. Mai 2010 fulminant gestartet. Die Möglichkeit im Internet seine Identität sicher nachweisen zu können erzeugte eine hohe Aufmerksamkeit, da dieses Bedürfnis schon lange besteht. Auf der anderen Seite entwickelte sich eine intensive Diskussion um die Sicherheit der SuisseID, dem Zusammenspiel von Smartcardtechnologie, Kartenleser oder USB-Stick und einem potentiell unsicheren Computer. Diese Auseinandersetzung zu heutigen Zeitpunkt ist notwendig, da zur Zeit viele Anwendungen zur Verwendung der SuisseID aufgebaut werden. Die SuisseID ist speziell in der Verwaltung ein zentrales Thema. 71 Prozent der Gemeinden, 96 Prozent der Kantone und 93 Prozent der Bundesämter haben davon schon gehört. Die Beurteilung ist in der Regel positiv, für einen relevanten Anteil sogar sehr positiv für die weitere Entwicklung von E-Government in der Schweiz. Hier scheint weitgehend Einigkeit über Sinn und Zweck dieses Bundesprojekts zu herrschen¹.

¹Studie "Verwaltung und E-Government" vom Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der Schweizerischen Staatsschreiberkonferenz, der Bundeskanzlei und der Geschäftsstelle E-Government Schweiz.

Präsentation von Ch. Weber (PDF 401 KB)



11.10-11.40 Piotr Zabiello
Abteilungsleiter E-Government Produkte, Bundesamt für Informatik und Telekommunikation BIT

Das BIT und die SuisseID : Sicherheit, Kontinuität und Innovation
Bund und Kantone können die SuisseID bei der AdminPKI des BIT beziehen. Das BIT ist einer der vier in der Schweiz anerkannten Anbieter von Zertifizierungsdiensten qualifizierter digitaler Unterschriften (ZertES) und hält sich bei der Ausstellung der SuisseID an die bewährten Prozesse der bestehenden Zertifikatsprodukte . Die AdminPKI hat die Entstehung der SuisseID eng begleitet und steht mitten in der Herausforderung, den Roll-Out innerhalb der Bundesverwaltung mitzugestalten. Das Referat gibt Auskunft über den Stand der Arbeiten und einige Besonderheiten dieses Vorhabens.

Präsentation von P. Zabiello (PDF 243 KB)



11.40-12.10 Martin Baumgartner
Abteilungsleiter Entwicklung Steuern, Verwaltungsrechenzentrum AG St.Gallen, VRSG

Die SuisseID in der Praxis
Der Kanton St. Gallen und einige grosse Thurgauer Gemeinden bieten ihren Steuerpflichtigen die Möglichkeit, direkt via Internet auf ihr Steuerkonto zuzugreifen. Im Hintergrund möglich macht dies die VRSG mit ihrem VRSG eKonto. Der Zugriff erfolgt über das neu aufgeschaltete ePortal, auf dem die VRSG alle ihre eServices zentral anbietet. Die erstmalige Registrierung und das Login erfolgen mittels suisseID oder Benutzername und Passwort. Das Referat gibt einen praxisbezogenen Überblick über die technische und organisatorische Lösung.

Präsentation von M. Baumgartner (PDF 388 KB)



13.15-13.45 Dr. Andre Braunmandl
Projektleiter STORK, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

"STORK und die SuisseID"

Das im Juni 2008 von der Europäischen Kommission gestartete STORK Projekt hat die Aufgabe eine gemeinsame eID-Architektur zu entwerfen und anhand von Piloten zu demonstrieren. Das Ergebnis von STORK wird die Ausgangsbasis für die zukünftige pan-europäische eID-Infrastruktur der EU darstellen und den Aufbau sicherer und benutzerfreundlicher, grenzüberschreitender eID-Lösungen erlauben. Der Vortrag soll auch skizzieren, wie eine Einbindung der SuisseID in die STORK Architektur erfolgen könnte.

Präsentation von A. Braunmandl (PDF 420 KB)



13.45-14.15 Expertengespräch "Chancen der SuisseID"

Moderation Prof. Dr. Reinhard Riedl

Prof. Dr. Alain Sandoz

Associate Professor at University of Neuchâtel
Director Vauban Technologies Ltd.
Member of e-Society workgroup of the ICT Commission at SATW

Markus Fischer 

unabhängiger Unternehmer, Berater und Coach
Member of e-Society workgroup of the ICT Commission at SATW

 

 

 



14.15-14.45 Markus Leu
Leiter Service Design, IGS Informatikgesellschaft für Sozialversicherungen GmbH, St.Gallen

Die SuisseID als Instrument zur sicheren Zusammenarbeit zwischen AHV-Ausgleichskassen und ihren Zweigstellen
Verschiedene Sozialversicherungsanstalten und Ausgleichskassen des IGS Pools arbeiten eng mit Zweigstellen in den Gemeinden zusammen und gewähren diesen die Möglichkeit, direkt via Internet auf Daten der Versicherten zuzugreifen. Durch den gesicherten Online-Zugriff wird die Tätigkeit der Zweigstellenmitarbeitenden deutlich vereinfacht. Die Motivation, die Konzeption und die dahinterliegenden Überlegungen für den Lösungsansatz mit SuisseID werden dargestellt.

Präsentation von M. Leu (PDF 200 KB)