eGov Fokus 2/2008: Behördenübergreifendes E-Government

Datum der Tagung: Freitag, 19. September 2008
Zeit: 8.30-15.00 Uhr (anschliessend Apéro)
Ort: Hotel Ador, Laupenstrasse 15, 3001 Bern
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Kostenbeitrag: CHF 260.- (Frühbucher bis 6.8.08: CHF 220.-)

Flyer mit Programm (PDF 463 KB)

Impressionen der Tagung (Bildergalerie)



Allgemeine Informationen

Behördenübergreifendes E-Government ermöglicht transorganisationale Verwaltungsprozesse auf allen föderalen Ebenen integriert zu realisieren. Als Grundlagen dienen bereits bestehende E-Government-Services, die es in einem ersten Schritt zu konsolidieren und dann organisationsübergreifend zu orchestrieren gilt. Voraussetzung hierzu ist neben einem entsprechenden Verwaltungsgeschäftsprozessmanagement eine übergreifende Architektur, die bestehende Angebote miteinander verknüpft und allfällige Lücken identifiziert.

Verschiedene E-Government-Projekte der öffentlichen Verwaltung im In- und Ausland verfolgen diesen vielversprechenden Ansatz. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Herausforderungen nicht unbedingt in der technischen Umsetzung, sondern vielmehr in der organisatorischen Gestaltung und den verwaltungsrechtlichen Bestimmungen zu suchen sind.

Der Nutzen im behördenübergreifenden E-Government ist in der integrierten Erbringung von Verwaltungsdienstleistungen zu sehen, welche die Nutzung von gemeinsamen Daten und Prozessen in verteilten Front- und Backoffices bedingen. Für die interne Behördenarbeit werden dadurch bestehende Medienbrüche geschlossen, was sich in erhöhter Effizienz und Qualität äussert. Auf dieser Basis können echte One-Stop-Verwaltungsportale mit einheitlichen Ansprechpartnern realisiert und deren Verwaltungsleistung nachfragespezifisch den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Wirtschaft und der Verwaltung angeboten werden.

Ziel der Veranstaltung

Es werden konzeptionelle Grundlagen und Praxiserfahrungen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zum behördenübergreifenden E-Government vorgestellt. Die Vorteile und Nutzeneffekte der transorganisationalen Zusammenarbeit verschiedener föderaler Ebenen werden ebenso aufgezeigt, wie die Voraussetzungen, Risiken und Erfolgsfaktoren. In der anschliessenden Diskussionsrunde sprechen Experten über Erfolgsfaktoren und Herausforderungen beim behördenübergreifenden E-Government.

Zielpublikum

Die Veranstaltung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung aller Ebenen.



Referenten

Prof. Dr. Thomas Jarchow
Stv. Leiter Kompetenzzentrum Public Management und E-Government der Berner Fachhochschule

Integrationsarchitekturen: Nutzen, Herausforderungen und Gefahren im behördenübergreifenden E-Government
Behördenübergreifendes E-Government ruht auf vier Säulen: den Rechtsgrundlagen, der Prozessintegration, der gemeinsamen Nutzung von Daten und optional der gemeinsamen Nutzung von Applikationen. Es spart Bürgern, Unternehmen und Behörden viel Zeit und Aufwand, verlangt aber eine gewisse organisatorische, technische und semantische Interoperabilität und birgt geschäftskritische Risiken. In diesem Vortrag werden die wichtigsten Architekturkonzepte vorgestellt und ihre jeweiligen Voraussetzungen, Vorteile und Nachteile, sowie die Schwierigkeiten und Gefahren bei ihrer Umsetzung erläutert.

Präsentation von T. Jarchow (PDF 395 KB)



Christian Weber
Leiter eGovernment für KMU, Mitglied Expertenrat E-Gov-Strategie Schweiz, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Die elektronische Verwaltung in der Schweiz, wo sind wir? Die Vorteile und Nachteile unseres föderalen Systems

Genau vor zehn Jahren hat eine Gruppe von Verwaltungsfachleuten im Schwarzsee einen Workshop über die elektronische Signatur durchgeführt. Heute diskutieren wir die gleichen Fragen. Vor acht Jahren hat der Bundesrat die Einführung einer einheitlichen Unternehmensidentifikationsnummer in Auftrag gegeben. Warum sind wir da nicht weiter? Anhand verschiedener Beispiele, wie etwa der elektronischen Lohndatenübertragung und der Projekte Reference E-Gov und Open eGov, wird im Vortrag aufgezeigt, dass E-Government in der Schweiz doch vorwärts kommt.

Präsentation von Ch. Weber (PDF 281 KB)



Beat Meister
Programmleitung Schengen/Dublin, Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD

Umsetzung von Schengen/Dublin in einem behördenübergreifenden Umfeld
Das Eidgenössische Justiz und Polizeidepartement EJPD beschäftigt sich derzeit mit der Umsetzung von Schengen/Dublin, das ein Bestandteil der Bilateralen Abkommen II mit der EU darstellt. Die Umsetzung betrifft die Fachbereiche Fahndung, Visum, Migration und Asyl.  Im Rahmen der Umsetzung erfolgt die Anbindung verschiedener durch Bund, Kantone und Gemeinden genutzter nationaler Anwendungen an Netzwerke und Zentralsysteme der EU. Herr Beat Meister wird die IT-Umsetzung als stv. Programmleiter in seinem Referat näher vorstellen.

Präsentation von B. Meister (PDF 323 KB)



Hans-Joachim Baatz
Geschäftsbereichsleiter Innovationsmanagement und Projektservices, IT-Dienstleistungszentrum Berlin

Behördenübergreifende Kommunikationsbeziehungen und Wissensmanagement am Beispiel des Service-Center Berlin-Telefon/D115
Eine verbesserte und bürgernahe Kommunikation mittels Bürgertelefon setzt die Abstimmung der Informationsbeziehungen zwischen verschiedenen Verwaltungsstellen voraus. Am Beispiel des Berlin-Telefons/D115 wird im Vortrag aufgezeigt, wie die Organisation der Verwaltungsstellen und deren Informationsbeziehungen sowie die Schnittstellen zu den Bürgern in Berlin realisiert wurden.

Präsentation von H.-J. Baatz (PDF 452  KB)



Dr. Oswald Kessler
Leiter Zentrales Melderegister (ZMR), österreichisches Bundesministerium für Inneres

Zentrales Melderegister - Kernel für E-Government in Österreich. Behördenübergreifendes Arbeiten in der österreichischen Verwaltung
Mit der Schaffung des Zentralen Melderegisters – kurz ZMR – in Österreich und der Erklärung zum Kernel für E-Government durch die Österreichische Bundesregierung wurde ein grosser Schritt für elektronisches behördenübergreifendes Arbeiten gesetzt. Am Beispiel des ZMR wird dies in einer Live- Demonstration gezeigt.

Präsentation von O. Kessler (PDF 213 KB)



Christian Dolf
Leiter E-Government Geschäftsstelle Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

St.Galler Modell der E-Government-Kooperation in der Praxis

Das Modell der E-Government Zusammenarbeit des Kantons St.Gallen und der St.Galler Gemeinden wird seit gut einem Jahr gelebt. Basis für die Umsetzung bilden eine Rahmenvereinbarung und die gemeinsame E-Government-Strategie. Es wird aufgezeigt: Welche Ziele und Erfolge wurden inzwischen erreicht? Was läuft gut und was nicht?

Präsentation von Ch. Dolf (PDF 1.8 MB)



Roundtable-Diskussion - "Erreichter Stand und aktuelle Probleme von behördenübergreifendem E-Government in der Schweiz"

  • Roger Künzli, CSP AG
  • Marcel Maag, Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern KAIO
  • Eva Prader, Bundesamt für Informatik und Telekommunikation BIT
  • Christian Dolf, E-Government Geschäftsstelle Kanton St. Gallen und St. Galler Gemeinden

Moderation: Prof. Dr. Thomas Jarchow, Stv. Leiter Kompetenzzentrum Public Management und E-Government der Berner Fachhochschule