eGov Fokus 1/2014: Register, Geodaten und Open Government Data

Datenfokussiertes E-Government


Datum:Freitag, 16. Mai 2014
Zeit:9.00-15.40 Uhr (anschliessend Apéro)
Ort:Hotel Bern, 2. Stock Unionsaal, Zeughausgasse 9, 3011 Bern  Website


Allgemeine Informationen

In unserer hochtechnisierten Welt sind Daten eines unserer wichtigsten Güter. Informationen zu analysieren, strukturieren und einen unkomplizierten direkten Zugriff auf die notwendigen Daten zu haben, wird immer wichtiger. Um organisationsübergreifend zusammenarbeiten zu können, muss sichergestellt werden, dass die produzierten Daten in einem anderen Bereich möglichst einfach genutzt werden können.


Inhalt und Ziele der Veranstaltung

Ziel dieser Veranstaltung ist es, die Rolle der Daten im E-Government aus der Kunden-Perspektive, aus der Perspektive der behördeninternen und behördenübergreifenden Prozesse und aus ökonomischer Perspektive zu beleuchten.

Im Rahmen der Veranstaltung werden unter anderem folgende Fragen thematisiert:
Wie stellen wir sicher, dass die gleichen Daten nur einmal erhoben werden müssen und organisationsübergreifend  genutzt werden können? Wie reduzieren wir die Kosten der Datenerzeugung? Wie garantieren wir den Datenschutz und realisieren trotzdem optimal nutzerfreundliche E-Government-Dienste? Wie bauen wir beispielsweise No-Stop E-Government Dienste für die Wirtschaft? Was ist das Potential von innovativen geodatenbasierten Diensten? Und wie fördern wir soziale und wirtschaftliche Innovationen mit Open Government Data Portalen? 

Es geht in der Veranstaltung um die rechtlichen, organisatorischen, semantischen und technischen Herausforderungen im datenfokussierten E-Government und um Lösungen, die sich in der Praxis bewährt haben und konkreten Nutzen schaffen.

Zielpublikum

Die Veranstaltung wird vom E-Government-Institut der Berner Fachhochschule organisiert. Sie richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung (Bund, Kantone, Städte und Gemeinden), an Politikerinnen und Politiker, sowie an Dienstleister aus der Privatwirtschaft und an praxisinteressierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.


09.40-10.10

Prof. Dr. Reinhard Riedl

Leiter des E-Government-Instituts der Berner Fachhochschule

Einführungsvortrag: Datenzentriertes E-Government – Ein Überblick

Im der Datenbewirtschaftung liegt sowohl das grösste Einsparungspotential, wie auch das grösste Innovationspotential des E-Government. Die Verfügbarkeit von vertrauenswürdigen Daten spart in der Verwaltung Kosten und reduziert den Aufwand für die "Kunden" der Verwaltung. Zugleich können mit den vorhandenen Daten neue, innovative Dienstleistungen kreiert werden, auch ohne dass der Datenschutz dabei angekratzt wird. Ein besonders hohes Nutzenpotential liegt in der Verknüpfung der vorhandenen Daten über Organisationsgrenzen hinweg. Im Vortrag wird ein Systemmodell für die Datenhaltung vorgestellt. Damit werden die Herausforderungen und Lösungsansätze zur strategischen Steuerung der Datenhaltung erläutert. Danach werden die wichtigsten Optimierungskonzepte und ihre konkrete Umsetzbarkeit im Schweizer E-Government diskutiert. Schliesslich wird ein Ausblick auf die - aus heutiger Sicht absehbare - zukünftigen Entwicklungen in der Datenbewirtschaftung gegeben.

Präsentation von R. Riedl (PDF 536 KB)


10.15-10.45

Thomas Steimer

Umsetzungsprojektmanager E-Government, Bundesamt für Justiz

Von der Digitalisierung der Register-Silos über die Registerintegration zum eID-Ökosystem

Die Schweizerische Registerlandschaft ist aus Gründen verfassungsmässiger organisatorischer Prinzipien und aufgrund des historischen Werdegangs des Staatswesens sowohl horizontal, als auch vertikal extrem fragmentiert. Gemeinden, Kantone und Bund teilen sich die Aufgabenerfüllung. Jeder Fach- und Anwendungsbereich über die horizontalen und vertikalen Ebenen sammelt zur Erfüllung seiner Aufgaben Daten, erstellt Register und baut Schnittstellen zu weiteren Datensammlungen und Registern. Die Folge davon ist eine redundante Datenhaltung und eine nur schwerfällige, mit Medienbrüchen verbundene Kommunikation zwischen den Fach- und Anwendungsbereichen.

Mit der Vision eJustiz2020 für den Justizbereich sollen Redundanzen abgebaut und die Interaktion zwischen den einzelnen Registern optimiert werden, um damit einen Beitrag zu einem umfassenden eID-Ökosystem zu leisten.

Präsentation von Th. Steimer (PDF 754 KB)

11.15-11.45

Werner Möckli

Geschäftsführer SIX Terravis AG

Projekt eGRIS - Priorisiertes E-Government-Vorhaben A1.19

Mit Terravis werden heute Geschäftsprozesse organisationsübergreifend zwischen Grundbuchämtern, Notaren, Banken und weiteren Institutionellen medienbruchfrei, elektronisch abgewickelt.

Im Rahmen des Aufbaus waren das Stakeholder-Management, die Umsetzung datenschutz-rechtlicher Vorgaben, das Definieren und zeitgerechtes Umsetzen standardisierter und effizienter interdisziplinärer Business-Prozesse in einer nicht perfekten Welt die kritischen Erfolgsfaktoren. Dabei wurden verschiedene zusätzliche Innovationen entwickelt und implementiert.

Präsentation von W. Möckli (PDF 1.3 MB)


11.50-12.20

Dr. Wolfgang Both

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Berlin

Open Government Data Berlin - Ziele und Herausforderungen

Das Schlagwort „Open Data“ ist spätestens seit der erfolgreichen Präsidentschaftskampagne 2009 von Barak Obama und seinem ersten Memorandum in das Bewusstsein der Verwaltung gedrungen. Die Umsetzung allerdings, die Öffnung von Datenbeständen der öffentlichen Hand, die aktive und anlasslose Bereitstellung von Informationen aus dem Tagesgeschäft einer Behörde, die Kommunikation mit dem Kunden über diese Daten und Dokumente und die Auseinandersetzung mit der eigenen Fehlerhaftigkeit, die müssen noch erlernt werden. Hierzu beschreitet das Land Berlin zwei Wege: zum einen werden Weiterbildungslehrgänge neu gestaltet bzw. neu aufgelegt. Zum anderen arbeiten wir mit der Entwicklergemeinde zusammen, um Datensätze öffentlich zu machen, Verknüpfungen und Visualisierungen aufzuzeigen und so die innewohnenden Potenziale zu schöpfen.

Präsentation von W. Both (PDF 2.1 MB)


12.25-12.55

Ing. Roland Ledinger

Leiter des Bereiches IKT Strategie des Bundes im Bundeskanzleramt Österreich, CIO und Geschäftsführer der Plattform digitales Österreich

Die harmonisierte Registerlandschaft in Österreich, neue Registeranwendungen und One Stop E-Government

Eine harmonisierte Registerlandschaft ist für effiziente E-Government Services Voraussetzung. Nur damit können Services umfassend und lebenslagenorientiert aufgesetzt werden. One-Stop E-Government braucht daher eine gut durchdachte Backoffice Infrastruktur mit einem Registerkern für natürliche und nicht natürliche Personen. Damit lassen sich in der Folge auch Verfahren umsetzen, die von der Verwaltung und nicht von BürgerInnen angestoßen werden – sogenanntes no-stop E-Government.

Präsentation von R. Ledinger (PDF 2.2 MB)


14.00-14.30

Christian Weber

Leiter eGovernment für KMU, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Mitglied Expertenrat E-Government Schweiz

Die strategische Perspektive des Projektes „Datendrehscheibe“ B2.13

Das System „elektronische Verwaltung“ der Schweiz erreicht, trotz des stark föderalen Ansatzes, eine grundsätzlich neue Dimension. Die heutigen Vorstellungen von vernetzten Systemen entfernen sich von den zentralen Datentöpfen in der „Mitte“ von Anwendungen hin zu der dezentralen Datenhaltung bei den entsprechend verantwortlichen Stellen. Der Linked Open Data (LOD) Ansatz geht in diese Richtung. Dort wo jedoch der Schwerpunkt der vernetzten elektronischen Verwaltung weniger auf der freien Nutzbarkeit der Daten und Inhalten liegt, ist die Bezeichnung Linked Data üblich. Genau dieser Ansatz wird im Projekt „Datendrehscheibe“ B2.13 verfolgt.

Präsentation von Ch. Weber (PDF 1.1 MB)


14.35-15.05

Jean-Philippe Amstein

Directeur de l’office fédéral de topographie, swisstopo

Le rôle central de l’information géographique, en particulier dans la cyberadministration suisse

L'information géographique,  fait partie intégrante de l’actuelle société de l'Information. Par les positions stratégiques qu'elle permet de prendre, l'information géographique constitue un volet à part entière du développement de la société de l'Information et un élément essentiel de l’infrastructure nationale au même titre que les réseaux de distribution, de transports et de communication. swisstopo entend prendre une part active au développement de cette infrastructure des temps modernes.

Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten.

Präsentation von J.-Ph. Amstein (PDF 1.3 MB)


15.10-15.40

Andreas Marfurt

Post Diplomand am Institut für Informationssysteme, ETH Zürich

Schlussreferat: Datenintegration im Gesundheitswesen durch den Bürger

Daten über unsere Gesundheit werden heutzutage fortlaufend und überall generiert. Ob beim Hausarzt, im Spital, beim Joggen auf dem mitgeführten Smartphone oder dem Fitness-Tracking-Armband, sie alle sagen etwas über einen Teilbereich unserer Gesundheit aus. Das ganze Bild erkennen wir aber erst, wenn wir sie zusammenführen und aggregieren können. Zwei Umstände verhindern dies zurzeit. Zum einen sind Daten über unsere Gesundheit an unterschiedlichen Orten gespeichert und wir können nicht direkt auf sie zugreifen. Zum anderen sind die Formate der Daten vielfältig und können nur mit viel manueller Arbeit verknüpft werden. Dieser Vortrag beleuchtet einen Ansatz, der den Bürger ins Zentrum stellt und damit diese Hürden überwinden kann.

Präsentation von A. Marfurt (PDF 581 KB)