eGov Fokus 1/2013: Kollaboration, Koordination und Stakeholder-Management

Datum der Tagung: Mittwoch, 5. Juni 2013
Zeit: 9.00-15.30 Uhr (anschliessend Apéro)

Ort: Hotel Bern, 2. Stock Unionsaal, Zeughausgasse 9, 3011 Bern  Website 

 

Flyer mit Programm (PDF 417 KB)
Impressionen der Tagung (Bildergalerie)


Allgemeine Informationen

E-Government-Projekte entstehen in der Zusammenarbeit verschiedener Partner. Eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten ist einer der kritischen Faktoren für den Erfolg eines Projektes, dies umso mehr, wenn über föderale Ebenen hinweg, zwischen Amtsstellen oder in Form eines PPP kooperiert wird.

Der erfolgreiche Umgang mit den weiteren Projektbeteiligten, ob sie – je nach Sichtweise - als Stakeholder bezeichnet und verwaltet oder als gleichwertige Kollaborationspartner eingebunden werden,  wird an Beispielen beleuchtet.


Inhalt und Ziele der Veranstaltung

Im Rahmen der Veranstaltung werden folgende Fragen thematisiert:  Wie lässt sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit aufbauen, wie kann dabei systematisch vorgegangen werden? Mit welchen Instrumenten, abgesehen vom regelmässigen Gespräch lassen sich, tragfähige Kooperationen bilden und weiterentwickeln? Was sind die Kriterien für ein erfolgreiches Stakeholder-Management? Nicht zuletzt erlauben auch Beispiele von gescheiterten E-Government-Projekten Antworten auf die beschriebenen Fragen. Dabei können Sie von Fachexpertise und von gemachten Erfahrungen in unterschiedlichen Projekten aus der Schweiz und dem deutschsprachigen Ausland profitieren.

Zielpublikum

Die Veranstaltung wird organisiert vom E-Government-Institut der Berner Fachhochschule und richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung (Bund, Kantone, Städte und Gemeinden), an Politikerinnen und Politiker, sowie an Dienstleister aus der Privatwirtschaft und an praxisinteressierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

09.40-10.10 Prof. Dr. Reinhard Riedl
Leiter des E-Government-Instituts der Berner Fachhochschule

Einführungsvortrag: Vom Stakeholder-Management zur koordinierten Kollaboration

E-Government-Projekte gelingen dann, wenn die Beteiligten gemeinsam in eine Richtung ziehen. Während das Stakeholder-Managment davon ausgeht, dass die verschiedenen Kategorien von Stakeholdern nach bestimmten Grundsätzen gesteuert werden müssen, damit Sie das Projekt unterstützen, postulieren neuere Ansätze eine Kollaboration auf Augenhöhe für eine erfolgreiche Umsetzung von Projekten. Sie setzen dabei insbesondere auf ein aktives Chancenmanagement. Der Vortag beleuchtet verschiedene praxiserprobte Modelle und erläutert, warum Koordination und kreative Kollaboration die entscheidenden Erfolgsfaktoren für den zukünftigen Fortschritt des Schweizer E-Governments darstellen.

Präsentation von R. Riedl (PDF 749 KB)


10.10-10.40 Stephan Röthlisberger

Leiter Geschäftsstelle E-Government Schweiz

Dank Föderalismus zur Kollaboration - die Erfolgsfaktoren für E-Government in der Schweiz

Auf der einen Seite werden oft die Schwierigkeiten in der Umsetzung von E-Government Vorhaben im Föderalismus begründet. Auf der anderen Seite wird der Föderalismus als Motor für Innovationen gelobt. Dank geeigneten Kollaborationsformen kann insbesondere im E-Government Synergien genutzt, Eigenständigkeit bewahrt und Innovation vorangetrieben werden. Hierzu gibt es zahlreiche gute Beispiele wie auch neue Herausforderungen. Für ein flächendeckendes E-Government und insbesondere für die Basisinfrastruktur sind neue Modelle anzudenken und umzusetzen.

Präsentation von S. Röthlisberger (PDF 1 MB)


10.40-11.10  Christian Weber

Leiter eGovernment für KMU, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Mitglied Expertenrat E-Government Schweiz

SuisseID: ohne erfolgreiche Kooperation keine Chance!

Komplexe, zeit- und erfolgskritische Projekte bzw. Produkte wie die SuisseID können nur dann realisiert werden, wenn das nötige Commitment sämtlicher Akteure von Beginn weg klar gegeben ist. Jede Phase, jeder Kontext stellt spezifische Anforderungen, die ständig zu berücksichtigen sind. Chancen und Risiken müssen antizipiert und verfolgt werden. Dies fordert von den Beteiligten professionelle Höchstleistungen – speziell auch bezüglich Kooperation. Das Engagement von Patronat, Akteuren, Partnern und Umfeld kann nur dank Transparenz und Governance bestehen.

Präsentation von Ch. Weber (PDF 1 MB)


11.40-12.25 Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Mertens

Emeritierter Professor am Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik I der Universität Erlangen-Nürnberg/Deutschland. Spezialist in Informationsverarbeitung in Industrie- und Logistikbetrieben sowie dem Informationsmanagement in der öffentlichen Verwaltung

Schwierigkeiten mit IT-Projekten der öffentlichen Verwaltung – Beobachtungen und Empfehlungen am Beispiel Deutschlands

In Deutschland wird aus aktuellen Anlässen eine heftige Diskussion über die Schwierigkeiten mit grossen Projekten der öffentlichen Verwaltung geführt (Kostenüberschreitungen, Terminversäumnisse, Qualitätsprobleme). Ein wesentlicher Teil sind IT-Vorhaben.

Der Referent hat zehn Grossprojekte studiert, die entweder erfolgreich beendet wurden, noch im Gang oder schon gescheitert sind. Aus diesen Beobachtungen werden Empfehlungen abgeleitet, wie die Entscheidungsprozesse und das Projektmanagement geändert werden könnten, um die Schäden für die öffentliche Hand zu verringern.


12.25-12.55 Prof. Dr. Arthur Winter

Donau Universität Krems (Österreich), Ehemaliger Leiter der IT-Sektion des Finanzministeriums, Erfinder Unternehmens-Service-Portal (USP)

Erfolgsfaktoren komplexer E-Governmentprojekte – Ein Erfahrungsbericht aus Österreich

Waren früher Projekte nur auf bestimmte Organisationsbereiche beschränkt, zeigt sich heute durch die Einbindung von Bürger und Wirtschaft eine Komplexität bei E-Government Projekten, die eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Immer mehr gesellschaftliche Gruppen sind betroffen und ihre Akzeptanz ist wesentlich für einen nachhaltigen Erfolg eines Projektes. Dies gilt in gleicher Weise für Ebenen übergreifende E-Government Projekte mit verschiedenen Verwaltungsstellen. Wie können nun verschiedene Interessengruppen eingebunden werden, sodass einerseits die Ergebnisse mitgetragen werden und andererseits das Projektmanagement nicht zu schwerfällig wird. An Beispielen einiger bundesweiter E-Government Projekte aus Österreich werden Erfolgsfaktoren und Erfahrungen dargestellt.

Präsentation von A. Winter (PDF 376 KB)


14.00-14.30 Christian Dolf

Senior Business Integrator/Consultant, Projektleiter des priorisierten E-Government Vorhabens A1.12 eUmzugCH

Kooperation und Stakeholder-Management im Projekt eUmzugCH (A1.12)

Das Projekt "eUmzugCH" unter der Federführung des Verbands Schweizerischer Einwohnerdienste VSED ist von Bevölkerung, Behörden und Wirtschaft meist gewünscht. Trotz hoher fachlicher Komplexität gilt "eUmzugCH" in mancherlei Hinsicht als beispielhaftes E-Government-Projekt. In einer engagierten PPP entsteht in enger Kooperation aller Stakeholder eine Lösung, welche den Umzugs- und Adressänderungsprozess revolutionieren und der Bevölkerung, der Privatwirtschaft und der Verwaltung grossen Nutzen bringen wird.

Präsentation von Ch. Dolf (PDF 2.1 MB)


14.30-15.00 Dr. Florian Theißing

Senior Berater der INFORA GmbH

Erfolgreiche Projektdurchführung im föderalen Kontext - Das Nationale Waffenregister in Deutschland

Die Errichtung des Nationalen Waffenregisters in Deutschland, das Angaben über Waffen und Erlaubnisinhaber zentral vorhält, war aufgrund der föderalen Strukturen in einem komplexen und heterogenen Umfeld angesiedelt. Neben dem Bundesinnenministerium und den Innenministerien der 16 Bundesländer mussten 550 meist kommunale Waffenbehörden sowie eine Reihe von Software-Herstellern in die Errichtung des Registers einbezogen werden. Um die notwendige Standardisierung für die sichere synchrone Kommunikation sowie die Beiträge dieser Vielzahl von Akteuren zur Errichtung des NWR zu koordinieren und zu steuern, wurden in vielen Bereichen neue Wege eingeschlagen. Damit konnte das Vorhaben planmässig zum Erfolg geführt werden. Gleichzeitig wurden wesentliche Voraussetzungen zur Modernisierung des Waffenwesens hin zum E-Government geschaffen. Der Vortrag berichtet über einige wesentliche Erfahrungen bei der Durchführung dieses föderalen Grossprojektes.

Präsentation von F. Theißing (PDF 900 KB)


15.00-15.30 Waseem Hussain

Geschäftsführer MARWAS AG, Zürich

Schlussreferat: Stakeholder-Management in Indien

Indien ist ein zwar sehr attraktiver, aber auch komplexer Markt. Der Kreis potenzieller Stakeholders ist gross und oft unüberschaubar. Während manche Ansprüche rational nachvollziehbar sind, sind andere eher kulturell bedingt und bedürfen grosser Umsicht beim Management. Der Referent zeigt Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis auf.

Präsentation von W. Hussain (PDF 2.9 MB)