eGov Fokus 1/2011: Verwaltung 2.0, mit Facebook, Wikis und partizipativen Budgets in die Zukunft!

Datum der Tagung: Freitag, 15. April 2011
Zeit: 9.00-15.00 Uhr (anschliessend Apéro)
Ort: Hotel National, Hirschengraben 24, 3011 Bern
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Allgemeine Informationen

Web 2.0 Aktivitäten prägen das Gesicht des heutigen Internets. Die Interaktivität und die Mitgestaltungsmöglichkeiten der Nutzer (User) haben eine neue Dimension der Online-Welt begründet. Mittels Blogs, Wikis, Publikationsplattformen (Youtube etc.) und digitalen sozialen Netzen (Twitter, Facebook, XING, Linkedin, etc) wird der User unmittelbar zum Sender, der Webinhalte für andere User bereitstellt. Dies ermöglicht neue Formen von Zusammenarbeit, Partizipation an Innovationsprozessen und Wissensmanagement. Für viele Firmen der Privatwirtschaft ist deshalb das Web 2.0 zu einem strategischen Kommunikations- und Kollaborationskanal geworden. Aber auch in der öffentlichen Verwaltung wurde das grosse Potential erkannt. Immer mehr Projekt aus dem E-Government Umfeld integrieren Web 2.0 Methoden, um Qualität und Effektivität der Behördenarbeit zu steigern.

Inhalt und Ziele der Veranstaltung

Sie erfahren, wie Web 2.0 erfolgreich von Behörden genutzt werden kann und was es hierbei zu beachten gilt. Dabei profitieren Sie von Fachexpertisen und von gemachten Erfahrungen aus der Schweiz und dem deutschsprachigen Ausland.

Zielpublikum

Die Veranstaltung wird organisiert vom Kompetenzzentrum Public Management und E-Government der Berner Fachhochschule und richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung  (Bund, Kantone, Städte und Gemeinden), an Politikerinnen und Politiker, sowie an Dienstleister aus der Privatwirtschaft und an praxisinteressierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.


09.40-10.10 Prof. Dr. Reinhard Riedl
Leiter Forschung und Dienstleistung des Fachbereichs Wirtschaft und Verwaltung an der Berner Fachhochschule

Einführungsvortrag "Mehr Transparenz, Kollaboration und Partizipation mit Web 2.0 Anwendungen"

Nach einem kurzen Überblick über die wichtigsten Web 2.0 Werkzeuge werden die wesentlichen Einsatzmöglichkeiten vorgestellt: behördeninternes Wissensmanagement, behördenübergreifende Zusammenarbeit, Sammeln von Informationen über die Bedürfnisse der Bevölkerung und aktuelle Probleme, aktive Beteiligung der Bürger an der Lösung von Problemen und  die Information der Bevölkerung in Krisenfällen. Ausserdem wird ein Überblick über Web 2.0 Initiativen gegeben, die der Schaffung von Transparenz über Behördenarbeit geben und der Stand der Open Data Government Initiative in der Schweiz wird vorgestellt.

Präsentation von R. Riedl (PDF 2.4 MB)



10.10-10.40 Daniel Heinzmann

Direktor Stadt Zürich Organisation und Informatik (OIZ)

Mit eZürich zum Top ICT Standort Europas

Die digitale Revolution hat die Welt einschneidend verändert. Im Lauf der letzten 20 Jahre sind Internet, E-Mail und Mobilkommunikation zum unverzichtbaren Bestandteil des Geschäfts- und Alltagslebens geworden. Die Schweiz nimmt bei der Nutzung von Computer und neuen Medien weltweit einen Spitzenplatz ein. Die Nachfrage nach mobilen und Online-Dienstleistungen steigt markant und hat breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Sie übertrifft immer öfter die Nutzung der traditionellen Kommunikationskanäle. Zürich hat als ICT-Standort schon heute eine Sonderstellung. Rund ein Viertel aller Schweizer ICT-Firmen haben ihren Sitz im Kanton Zürich. Dazu gehören auch mehrere global bedeutende ICT-Konzerne. ETH, Uni Zürich und die Zürcher Fachhochschulen haben einen ausgezeichneten Leistungsausweis als Forschungsinstitute und ICT-Ausbildner; die zahlreichen erfolgreichen Spin-off-Firmen zeugen davon.

Zürich ist eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweit. Diese guten Rahmenbe-dingungen und das geballte ICT-Knowhow im Grossraum Zürich sind ideale Voraussetzungen dafür, eZürich im kommenden Jahrzehnt zum Innovationspool und zur Pionier- und Modellstadt für ICT-Dienstleistungen und ICT-Infrastruktur zu machen. Der technologische Wandel wird so begleitet, dass auch ICT-ferne Bevölkerungsgruppen die digitalen Dienstleistungen nutzen können, so dass alle Bewohnerinnen und Bewohner des Grossraums Zürich nachhaltig davon profitieren.

Präsentation von D. Heinzmann (PDF 3 MB)



11.10-11.40 Thomas Kiener

Projektleiter Bundesamt für Informatik und Telekommunikation BIT

Wiki-Einsatz in der Bundesverwaltung

Inwiefern können Wikis in einem Unternehmen die Prozesse und das Wissensmanagement unterstützen und wie werden Wikis in der Bundesverwaltung eingesetzt?

Interessierten und Entscheidungsträgern werden in diesem Referat die sachlichen und organisatorischen Bedingungen für einen erfolgreichen Einsatz von Wikis aufgezeigt. Insbesondere wird der Unterschied zu herkömmlichen Informationssystemen herausgestrichen und es werden typische Anwendungen in der Praxis besprochen.

Präsentation von T. Kiener (PDF 324 KB)



11.40-12.10 Thomas Koch

Mitarbeiter des Stadtkämmerers Solingen

Bürgerbeteiligte Haushaltssicherung Solingen

"Die deutsche Großstadt Solingen (160.000 Einwohner) gehörte im Jahre 2010 zu den Städten mit prekärer Haushaltslage. Einsparungen von jährlich 45 Mio. € (rund 10 % des Gesamtaufwandes im städt. Haushalt) ab dem Jahr 2013 mussten erbracht werden, um die Überschuldung abzuwenden. Mittels einer Online-Plattform wurde die Bevölkerung erstmals in den Prozess der Haushaltsicherung mit einbezogen. Deutschlandweit war es 2010 die erste Bürgerbeteiligung mit dem Fokus allein auf Sparen und Einnahmeerhöhungen und mit der höchsten Beteiligungsquote."

Der Vortrag geht auf die Vorgehensweise, Erfolgsfaktoren und Erfahrungen ein.

Präsentation von T. Koch (PDF 1.1 MB)



13.15-13.45 Arno Abler

CommunalConsult Tirol

Tirol 2.0 – eGovernment und Web2.0 für die Gemeinden Tirols
Im Auftrag des Landes setzen bis 2013 alle Gemeinden Tirols ein einheitliches, medienbruchfreies und mit den Landesbehörden vernetztes eGovernment-System um. Dafür werden derzeit Formulare, Dokumente und Prozesse standardisiert. Die Einbindung der Bürger erfolgt unter Nutzung bewährter Web 2.0-Elemente. Die in den kommunalen Workflow eingebundenen „Bürgermeldungen“ als Crowdsourcing-Tool für die Beseitigung von Mängeln im öffentlichen Raum sind schon in mehreren Gemeinden erfolgreich im Einsatz.

Präsentation von A. Abler (PDF 1.5 MB)



13.45-14.15 Expertengespräch "Von Facebook zu OpenGovernment - wie offen darf die Verwaltung sein"

Moderation Prof. Dr. Reinhard Riedl

Matthias Brüllmann

Leiter Sektion Web, Bundekanzlei

Rudolf K. Spiess

Präsident SIK-Arbeitsgruppe Städte- und Gemeindeinformatik
Mitglied Expertenausschusses eCH

 

 

 



14.15-14.45 Dr. Siegfried Handschuh

Senior Lecturer an der National University of Ireland, Galway (NUIG) und Leiter des Forschungsbereichs Social-Semantic-Collaboration am Digital Enterprise Research Institute (DERI) in Galway, Irland

Web 3.0 - der Einsatz von Semantik in digitalen sozialen Medien

Der Vortrag bietet einen halb visionären halb pragmatischen Ausblick auf die Zukunft der sozialen Medien. Die Vision ist die Symbiose der sozialen Medien mit dem Semantischen Web zum sozialen semantischen Informationsraum.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile: semantische Technologien ermöglichen die starke maschinenlesbare Vernetzung sozialer Medien, während soziale Medien wertvolles benutzergeneriertes Wissen bereitstellen. Der Vortrag nennt konkrete Beispiele für den Einsatz von semantischen Technologien in sozialen Medien. Desweiteren wird auf aktuelle Forschungsprojekte eingegangen.

Präsentation von S. Handschuh (PDF 4.7 MB)