eGov Fokus 1/2010: Interoperabilität und Standards

Datum der Tagung: Freitag, 23. April 2010
Zeit: 9.00-15.00 Uhr (anschliessend Apéro)
Ort: Hotel National, Hirschengraben 24, 3011 Bern
  Website
Kostenbeitrag: CHF 290.- für SwissICT Mitglieder CHF 250.-

Flyer mit Programm (PDF 422 KB)

Impressionen der Tagung (Bildergalerie)


Allgemeine Informationen

E-Government hat sich als Thema in den letzten Jahren flächendeckend durchgesetzt. Immer mehr Gemeinden, Kantone oder auch der Bund bieten Services in elektronischer Form an. Die dabei entstandenen, gewachsenen Lösungen sind nicht selten in einer Business-Silo Architektur anzutreffen – die Funktionalitäten sind vorrangig auf eine Behörde ausgerichtet. Um bezüglich der Maturität von E-Government-Services einen Schritt weiterzukommen, müssen diese immer mehr Behörden-übergreifend betrachtet werden. Die Interaktion mit benachbarten oder fremden Systemen ist dabei eine unumgängliche Anforderung.

Die vernetzte (Arbeits)-Welt stellt hohe Ansprüche an die Interoperabilität der Behördensysteme. Nicht selten verlangt es gar ein durchgängiges Verbundsystem. Standards leisten dabei einen wichtigen Beitrag, damit Komponenten verschiedener Ämter und verschiedener föderaler Ebenen Informationen untereinander austauschen können. Ohne die Vereinbarung von Schnittstellen und Protokollen wird Interoperabilität ein Traum bleiben. Wer gemeinsam interagieren will, muss eine gemeinsame Basis aushandeln – also einen Standard definieren. 

Inhalt und Ziele der Veranstaltung 

Es werden konzeptionelle Grundlagen und Praxiserfahrungen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zu Standards und Interoperabilität vorgestellt. Unterschiedliche Ansätze von Standardentwicklung und –anwendung werden ebenso aufgezeigt wie Voraussetzungen, Risiken und Erfolgsfaktoren für deren Umsetzung.

Zielpublikum

Die Veranstaltung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung aller Ebenen.



Referenten

Prof. Dr. Andreas Spichiger
Stv. Leiter Kompetenzzentrum Public Management und E-Government der Berner Fachhochschule

Herausforderungen der Standardisierung im E-Government
Standardisierung im E-Government ist eine wesentliche Herausforderung, die vielen Kräften ausgesetzt ist. Die Motivation ist gross, die Handlungsfelder aber unüberschaubar. Statt die Situation zu vereinfachen, scheint sie immer komplexer zu werden. Man muss beachten, dass Standardisierung mehr ist als nur die Erstellung von Standards. Die Zusammenarbeit hat in der Schweiz erste konkrete Resultate gebracht. Im Referat wird der Beitrag der Standards zu Interoperabilität, aber auch deren Grenzen aufgezeigt.

Präsentation von A. Spichiger (PDF 572 KB)



Willy Müller
Projektleiter IKT-Architektur, Informatikstrategieorgan Bund (ISB)

E-Government-Architektur Schweiz – Herausforderungen der nächsten Jahre
E-Government-Architektur ist eines der priorisierten Umsetzungsvorhaben zur E-Government-Strategie Schweiz. Die Arbeiten der letzten beiden Jahre in der Swiss eGovernment Architecture Community (SEAC) geben einen Überblick über die E-Government-Landschaft und offenbaren, wo die zentralen Herausforderungen in den nächsten Jahren sind. Im vorliegenden Referat werden schlaglichtartig die wichtigsten Herausforderungen beleuchtet und erste Vorschläge formuliert, wie sie angegangen werden sollten.

Präsentation von W. Müller (PDF 135 KB)



Dr. Federico Flueckiger
CIO Eidgenössisches Finanzdepartement Generalsekretariat / Ressourcen

"Standardisierung und Interoperabilität im Eidgenössischen Finanzdepartement - Umsetzung im Spannungsfeld zwischen Möglichkeiten und Grenzen / Erwartung und Ernüchterung"
Im Sinne der Verbesserung der Effizienz und Interoperabilität durch bundesweite Standarddienste fordert die Verordnung über Die Informatik und Telekommunikation in der Bundesverwaltung seit langem eine Klärung des Umgangs mit Leistungen, die von vielen Verwaltungseinheiten in gleicher oder ähnlicher Form beansprucht werden. Die Realisierung des hier brachliegenden Synergiepotentials, soll insbesondere die Interoperabilität und im Sinne der Service orientierten Architektur auch die Modularisierung verbessern. Die in diesem Sinne gegenwärtig laufende Einrichtung eines Bundes-Standardarbeitsplatzes führt in unserem Departement die vielfältigsten Probleme vor Augen, deren Lösung uns die nächsten Jahre beschäftigen wird.

Präsentation von F. Flückiger (PDF 416 KB)



Beat Siegrist
Projektleiter, Programm GEVER Bund (Bundeskanzlei)
Raphael Mettan
Consulting Practice Manager, Practice Information Management (IM), IBM Schweiz AG

Schweizer E-Government Austauschstandard für Dossiers und Dokumente
Der E-Government Austauschstandard eCH-0039 für Dossiers und Dokumente (Version 2.0) ist ein priorisiertes Vorhaben der E-Government Strategie Schweiz. Der Standard stellt eine wichtige Grundlage für die Interoperabilität im elektronischen Behördenverkehr dar und ermöglicht einen organisationsübergreifenden, medienbruchfreien Austausch von Dokumenten, Dossiers und Geschäftskontext. Er definiert die fachliche Anwendung, die Datenstruktur und das Grundset an Objekten und Metadaten für den Austausch im XML-Format. Der Standard ist modular ausgelegt und kann als Basis für verschiedene Fachdomänen (GEVER, Gerichts- und Gesundheitswesen, Archivierung etc.) genutzt werden. Das Vorhaben B1.11 wird unter der Leitung der Bundeskanzlei und des ISB in der eCH Fachgruppe GEVER/ Records Management vorangetrieben. Die Firma IBM Schweiz, Practice Information Management, begleitet die Definition des eCH-0039 im Auftrag. Der Standard eCH-0039 (Version 2.0) wird im 2. Quartal 2010 verabschiedet und publiziert. Bereits sind diverse Projekte gestartet, welche auf eCH-0039 als Austauschstandard aufbauen werden. Ebenso haben verschiedene Produktanbieter eine rasche Implementierung des Standards zugsichert.

Präsentation von B. Siegrist und R. Mettan (PDF 407 KB)



Dr. Christian Lange
Referatsleiter BIT7 "Standards und Methoden, Kompetenzzentrum Open-Source-Software" Bundesstelle für Informationstechnik

"Grundlage für Interoperabilität im eGovernment-Datenaustausch: Das XÖV-Handbuch der deutschen Verwaltung"
Eine große Bedeutung im e-Government hat die Interoperabilität zwischen Anwendungen bzw. zwischen Behörden und Organisationen. Die deutschen Verwaltungen von Bund und Ländern verfolgen das Ziel der Interoperabilitätssteigerung im gemeinsamen, priorisierten Vorhaben "Deutschland Online Standardisierung". Im Rahmen dieses Vorhabens wurden Methodik, Infrastruktur und organisatorische Strukturen unter dem Titel "XÖV (XML in der öffentlichen Verwaltung)" entwickelt. Das im Frühjahr 2010 verabschiedete "XÖV-Handbuch 1.0" beschreibt die XÖV-Standardisierung und legt definiert vor allen Dingen exakt, die Kriterien zur XÖV-Konformität. Die XÖV-Konformität eines Datenaustauschstandards ist die Grundlage zur Erreichung der gemeinsamen Ziele der fachlich unterschiedlichen Standardisierungsvorhaben: semantische Interoperabilität, Wirtschaftlichkeit und Qualitätsverbesserung.

Präsentation von Ch. Lange (PDF 500 KB)



Beat von Däniken
Stabchef der Humanitären Hilfe, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten

Interoperationalität am Beipiel der Nothilfe der DEZA Humanitären Hilfe und SKH in Haiti
Das schwere Erdbeben vom 12. Januar 2010 in Haiti stellt eine grosse Herausforderung für alle Akteure der humanitären Hilfe dar. Es galt in einer ersten Phase rasch und gezielt Hilfe und Unterstützung für die betroffene Bevölkerung vor Ort einzusetzen und dies in einer schwierigen Ausgangslage. Weiter kommt es entschieden darauf an, die Unterstützungsmassnahmen koordiniert auf die Bedürfnisse vor Ort sicherzustellen. Damit dies im Falle der Nothilfe geschehen kann, muss auf eine Krisenstabstruktur zurückgegriffen werden. Armeen kennen diese Art der Einsatzleitung gut. In ihrem zivilen Element können aber auch öffentliche Stellen und Firmen über diese Instrumente und Einsatzabläufe profitieren.

Präsentation von B. von Däniken (PDF 2.2 MB)



Expertengespräch - "Was ist ein guter Standard?"

Dr. Tom Sprenger, CIO AdNovum

Juri Weiss, Web- und Bildredaktion im Kanton Basel-Stadt

Prof. Dr. Jürg Römer, Vorstandsmitglied eCH, Leiter Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung der Berner Fachhochschule