Datum der Tagung: Freitag, 21. September 2012
Zeit: 9.00-15.30 Uhr (anschliessend Apéro)
Ort: Hotel National, Hirschengraben 24, 3011 Bern Website
Die E-Government-Strategie der Schweiz setzt klare Prioritäten: Elektronische Behördendienste sollen zuerst für die Wirtschaft angeboten werden. Die Veranstaltung bietet eine Übersicht über erfolgreiche und innovative Projekte im In- und Ausland und fragt nach künftigen Entwicklungen in der elektronischen Kommunikation zwischen Wirtschaft und Staat. E-Government kann der Wirtschaft zu Einsparungen verhelfen, wenn die Services breit implementiert werden und die Akzeptanz gesteigert werden kann. Die Veranstaltung soll den Weg dahin aufzeigen.
Sie erfahren, welches die aktuellen Herausforderungen im E-Government im Hinblick auf die Dienste für die Wirtschaft sind. Anhand konkreter Projekte können Sie von Fachexpertise und von gemachten Erfahrungen aus der Schweiz und dem deutschsprachigen Ausland profitieren.
Die Veranstaltung wird organisiert vom Kompetenzzentrum Public Management und E-Government der Berner Fachhochschule und richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung (Bund, Kantone, Städte und Gemeinden), an Politikerinnen und Politiker, sowie an Dienstleister aus der Privatwirtschaft und an praxisinteressierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

09.40-10.10 Prof. Dr. Reinhard Riedl
Leiter Forschung und Dienstleistungen des Fachbereichs Wirtschaft an der Berner Fachhochschule
Im Sinne eines Überblicks beleuchtet der Vortrag die bisherigen Bemühungen, E-Government-Dienste für die Wirtschaft zu realisieren und fasst die Erkenntnisse zur Akzeptanz und Zufriedenheit zusammen. In einem zweiten Schritt wird anhand von Beispielen aufgezeigt, welche Herausforderungen für die elektronischen Interaktionen zwischen Wirtschaft und Verwaltung mittelfristig bestehen und welche Lösungsansätze Erfolg versprechen.

Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes
Die Schweizer Wirtschaft hat sich gegenüber den Turbulenzen auf den Weltmärkten als sehr resistent erwiesen. Dank Flexibilität und Innovation erwirtschaften gerade die KMU, die zwei Drittel aller Arbeitsplätze stellen und 70 Prozent aller Lernenden ausbilden, eine hohe Wertschöpfung und tragen massgebend zum Wohlstand des Landes bei. Damit die Schweizer KMU ihr Potential auch in Zukunft voll entfalten können, müssen administrativer Aufwand und Regulierungskosten markant gesenkt und staatliche Fesseln abgebaut werden. Die Schweizer KMU können im globalen Wettbewerb nur dann bestehen, wenn ihnen der Staat optimale Rahmenbedingungen verschafft und sichert.

MBA, Programm-Manager des Unternehmensserviceportals im Bundesministerium für Finanzen
Das Unternehmensserviceportal (USP) ist die zentrale Service-Website der österreichischen Verwaltung für die Wirtschaft. Massgeschneiderte, unternehmensrelevante Informationen und die gebündelten E-Government-Anwendungen der Bundesverwaltung mit Single-Sign-on-Funktion ermöglichen Behördenwege per Internet. Unternehmen können so Zeit und Kosten sparen. Das Referat gibt einen Überblick über Ausgangssituation, Ziele, Umsetzung und Services des Unternehmensserviceportals. Die Nutzenpotentiale für die Unternehmen und für die Verwaltung werden dargestellt.

SPOCS Work Package Leader, Bundesverwaltungsamt
Vorgestellt werden Software Module für sichere grenzüberschreitende Kommunikation und Informationsdienste, welche das EU-Projekt SPOCS für die Einheitlichen Ansprechpartner (EA) gemäss Dienstleistungsrichtline (DLR) und für die zukünftigen eGovernment-Zentren entwickelt hat. Seit Juli 2011 pilotiert SPOCS diese Module in 8 Ländern. Projektabschluss ist zum Jahresende. Derzeit werden die Ergebnisse von SPOCS sowie Informationen zum Nutzen und Einsatz auf der Plattform "Joinup" für Interessenten bereitgestellt.

Leitung Verwaltungsvereinfachung / E-Government, Metropolregion Rhein-Neckar GmbH
Die Erledigung der gesetzlichen Informations- und Meldepflichten ist sehr zeitintensiv und verursacht hohe Kosten. Der Vortrag zeigt auf, wie Meldeprozesse zwischen Unternehmen und Behörden durch den Einsatz des Prozess-Daten-Beschleunigers einfacher, sicherer und transparenter gestaltet werden können. Kern des neuen Lösungsansatzes ist das regelbasierte P23R-Prinzip, das die Aufwände bei der Zusammenstellung, Übermittlung und Weiterverarbeitung der Meldedaten reduziert.

Leiter Data Management von Orell Füssli Wirtschaftsinformationen AG
IDie Orell Füssli Wirtschaftsinformationen betreibt seit 2011 für Schweizerische Leasingfirmen eine „Fraud Prevention Lösung“. Dabei werden eingehende Leasinganträge auf Muster untersucht, die auf betrügerische Absichten hindeuten. Basis dazu bilden effiziente Prozesse und verschiedene Datenquellen, darunter auch diejenige des Schweizerischen Handelsregisters. Damit werden in der Leasingbranche jährlich Betrugsschäden in Millionenhöhe verhindert.

Stv. Leiterin UID, Bundesamt für Statistik
Das Bundesamt für Statistik hat im Januar 2011 eine eindeutige und übergreifende Unternehmens-Identifikationsnummer (UID) eingeführt. Jedes Unternehmen mit wirtschaftlicher Tätigkeit in der Schweiz erhält eine UID. Das Referat gibt einen Einblick in die Entwicklung der UID und zum angestrebten Nutzen für Wirtschaft und Verwaltung. Ausserdem werden die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen vorgestellt.