Datum der Tagung: Freitag, 9. September 2011
Zeit: 9.00-15.00 Uhr (anschliessend Apéro)
Ort: Hotel National, Hirschengraben 24, 3011 Bern Website
Kostenbeitrag: CHF 290.- für Mitglieder von SwissICT und des Schweizerischen Gemeindeverbandes CHF 250.-
E-Government in der Schweiz ist massgeblich von der föderalen Struktur des Staates geprägt. Die Umsetzung von Vorhaben über die verschiedenen Ebenen hinweg ist mit Koordinationsaufwand verbunden. Standards helfen dabei, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit von Lösungen zu ermöglichen.
Insbesondere Gemeinde und Städte als wichtigster Zugangspunkt zu behördlichen Dienstleistungen stehen vor der ständigen Herausforderung, Lösungen zu finden, die sowohl bürgerfreundlich als auch finanzierbar sind. Modelle für Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und zwischen den Kantonen und Gemeinden können einen Beitrag dazu leisten. Kooperation wird immer wichtiger: Neue technische Anforderungen und Erwartungen von Bürgerinnen und Bürgern beschleunigen den Wandel von eGovernment in Gemeinden.
Sie erfahren, wie Projekte über die föderalen Ebenen hinweg umgesetzt werden und welche Chancen sich daraus für Gemeinden und Städte ergeben und Sie können von Fachexpertisen und von gemachten Erfahrungen zu neuen Herausforderungen für Kommunen aus der Schweiz und dem deutschsprachigen Ausland profitieren.
Die Veranstaltung wird organisiert vom Kompetenzzentrum Public Management und E-Government der Berner Fachhochschule und richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung (Bund, Kantone, Städte und Gemeinden), an Politikerinnen und Politiker, sowie an Dienstleister aus der Privatwirtschaft und an praxisinteressierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

09.40-10.10 Prof. Dr. Reinhard Riedl
Leiter Forschung und Dienstleistung des Fachbereichs Wirtschaft an der Berner Fachhochschule
Der Vortrag bietet einen Überblick über die künftigen Herausforderungen von Gemeinden und Städten im E-Government. Um bürgerfreundliche und kosteneffiziente Lösungen zu bieten, gewinnt Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, in Form von gemeinsam betriebenen Diensten und gemeinsam genutzter Infrastruktur, an Bedeutung. Dabei prägen IKT und deren zielgerichteter Einsatz Kommunen als Lebensraum und Wirtschafsstandort. Die unterschiedlichen Ressourcen, die Städten und Gemeinden je nach Grösse zu Verfügung stehen, legen unterschiedliche Vorgehensweisen in diesem dynamischen Feld nahe.

Projektleiter, Tsarea AG
Im Auftrag der Schweizerischen Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz (BPUK) und der Geschäftsstelle E-Government Schweiz wurde 2010 ein Konzept für eine elektronische Plattform für Baubewilligungen auf nationaler Ebene erstellt. Das Konzept basiert auf einer Analyse der bestehenden föderalen Struktur im Baubewilligungswesen und formuliert Visionen für die elektronische Baueingabe. Das daraus erarbeitete Zukunftsmodell nimmt die Situation der kantonalen und kommunalen Lösungen auf und integriert gleichzeitig die Anforderungen der Kunden. Weiter wurde festgehalten, welche Anpassungen an Prozesse und Instrumente notwendig sind, um einen grössten gemeinsamen Nenner im Bereich von elektronischen Baubewilligungen zu realisieren. Der Vortrag zeigt anhand des Bereichs Baubewilligungen auf, wie E-Government zukunftsgerichtet einen Mehrwert für alle Verfahrensteilnehmer, Behörden und Kunden, schaffen kann.

Umsetzungsprojektleiter E-Government, Bundesamt für Justiz
Änderungen im Bereich des Zivilstandes (wie Geburt, Heirat, Tod etc.) werden durch die Zivilstandesämter im zentralen Personenstandsregister Infostar beurkundet und sind für viele Verwaltungsstellen wichtige Informationen, insbesondere auch für die Einwohnerdienste der Gemeinden. Aufbauend auf das im Rahmen der Registerharmonisierung erstellte Gesamtsystem (Infrastruktur, Standards etc.) sollen solche Zivilstandsänderungen den Einwohnerdiensten elektronisch gemeldet werden können. Im Vortrag werden die Vorgehensweise und die Erfahrungen des Projekts dargestellt und die Frage nach der föderalen Zusammenarbeit an einem konkreten Beispiel diskutiert.

CIO der Stadt Wien
Der Auftrag lautete: "Massgeblich ist, was die Bürgerinnen und Bürger brauchen, wollen und erwarten, wie sie die Leistungen der Stadtverwaltung empfinden, beurteilen und annehmen. Ein ständiges Hinterfragen ist notwendig. Sind die Online-Formulare benutzerfreundlich und ohne Medienbrüche bearbeitbar?" Die Stadt Wien evaluiert das Virtuelle Amt im Internet in einem kontinuierlichen Feedback-Prozess, um die Nutzung des Virtuellen Amtes und der Online-Formulare noch mehr zu forcieren. Den Bürgerinnen und Bürgern sind Informationen über ihre Amtswege in verständlicher Form leicht auffindbar zur Verfügung zu stellen. Die Amtswege selbst sind zu erleichtern und – wo möglich – überhaupt zu ersparen.

Leiter Geschäftsfeld Register, Bedag Informatik AG

Leiter Fachstelle Datenaustausch, Gemeindeabteilung des Kantons Aargau
Das komplexe Projekt der Registerharmonisierung hat mit der gelungenen registergestützten Volkszählung einen ersten Höhepunkt erreicht. Unterwegs wurden dabei viele Hürden eingerissen und überwunden. Die Volkszählung ist nur ein erster Meilenstein, besonders für die Kantone geht das Projekt nun erst in die wirklich spannende Phase.
Das Referat zeigt im Sinne eines Erfahrungsberichts am Beispiel des Projekts Geres auf, wie die bisherige Wegstrecke gemeistert wurde und was die nächsten Etappen der Registerharmonisierung sein werden.
Moderation: Prof. Dr. Andreas Spichiger, Berner Fachhochschule

Direktor des Schweizerischen Gemeindeverbandes

Leiter Geschäftsstelle E-Government Schweiz

Ordinarius für Informatik und Inhaber des Lehrstuhl für Verteilte und Dynamische Anwendungssysteme, Universität Zürich
Die Publikation von Verwaltungsdaten als Linked Open Data (LOD) ist spätestens seit den Erfolgen in den USA (data.gov) und in Grossbritannien (data.gov.uk), wo die Unterstützung der Initiative sogar einen Regierungswechsel überstand, in aller Munde. In diesem Vortag werden die wichtigsten Leitideen und Technologien von Linked Open Government Data dargelegt und dann die praktischen Erfahrungen und Stolpersteine der Implementation einer solchen Dienstleistung für eZürich diskutiert.